„Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss… Nicht allein im Schreiben, Lesen übt sich ein vernünftig Wesen.“
So beginnt der vierte Streich von Max und Moritz von Wilhelm Busch.
Und so beginnt nach den Ferien für viele Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr, für manche auch eine neue Arbeitsstelle oder andere neue Aufgaben.
Auch sonst ist nach der Erholung des Sommers das Gefühl vorherrschend, dass mit neuen Kräften und neuer Begeisterung gestartet werden kann.
Noch mal zurück zur Schulzeit:
Können Sie sich noch an Ihre Schulzeit erinnern? An Ihren ersten Schultag? Die Schultüte? An Ihre ersten Lehrer und Lehrerinnen? An die ersten Worte und Buchstaben, die Sie lesen konnten?
Und später nach den Ferien? Freude? Oder war eher die Mühe im Vordergrund?
In den Worten von Wilhelm Busch steckt ganz viel Weisheit. Klar ist es wichtig lesen, schreiben und rechnen zu können. Und klar ist es gut vielfältige Dinge zu lernen und zu wissen.
Aber macht das allein die Weisheit und vor allem die Lebensfähigkeit eines Menschen aus?
Viel Schulwissen ist im Laufe des Lebens vielleicht eher unwichtig geworden.
Wirklich wichtig sind die Dinge, die etwas mit dem konkreten Alltag zu tun haben und die hilfreich sind, Entscheidungen zu treffen. Wissen, das weiter bringt im Glauben und in der Menschwerdung.
In Erinnerung bleiben die Lehrenden, die glaubhaft sind, in dem was sie tun und sagen. Diejenigen, die Wege suchen, ermutigen und helfen Spuren Gottes (bewusst oder unbewusst) zu suchen.
Genau dies ist der Blick aller in der Schulpastoral tätigen: den Menschen zu sehen, begleiten, ermutigen, bestärken und gemeinsam Spuren Gottes im Schulalltag zu suchen. Den jungen Menschen sehen, mit dem was er/sie kann, was ihn/sie ausmacht. Suchbewegungen begleiten und das Leben deuten zu helfen.
Dies wird deutlich im Leitmotiv von Schulseelsorge/Schulpastoral: In der Mitte der Mensch.
Kraftquellen zu erschließen für Religionslehrkräfte, Schulseelsorgerinnen, Schulseelsorger, Schülerinnen und Schüler, durch Exerzitien im Alltag, Meditationen, Schulgottesdienste, Prüfungsbegleitung… ist ein weiterer wichtiger Aspekt.
Außerdem will Schulpastoral immer wieder bewusst Impulse setzen im Umgang mit der Schöpfung, im Blick auf das Leben in der „Einen Welt“, zu Themen wie Toleranz und Umgang mit Grenzsituationen wie Trauer und Angst und vieles mehr.
So verhilft Schulpastoral und Schulseelsorge zur Menschwerdung.
Und Ihnen allen wünsche ich einen guten Neustart nach dem Sommer und das Vertrauen auf die (neuen) Wege, die anstehen.
Sr. Marlies Göhr,
Dekanatsbeauftragte für Schulpastoral und Schulseelsorgerin
an der Max-Gutknecht-Schule und dem RAZ Ulm
Mehr Informationen zur Schulpastoral und Schulseelsorge
bei Sr. Marlies Göhr oder auf schulpastoral.drs.de