Gedanken zum Herz Jesu-Fest am 9. Juni 2024

„Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus“, diese Worte aus dem Johannesevangelium können wir bedenken. Johannes bewegt sich nicht auf einer medizinischen Ebene, sondern auf einer mystisch-theologischen. Dass im Falle eines Lanzenstichs in die Seite ein Wasser-Blut-Sekret abfließt, war schon nach antiker Vorstellung bekannt, nach der der Mensch zur Hälfte aus Wasser und zur anderen Hälfte aus Blut bestand. Johannes geht über diese Selbstverständlichkeit hinaus. Jesus spricht schon zuvor vom Trinken seines Blutes und dass aus seinem Innern Ströme lebendigen Wassers fließen. Die Glaubensgemeinschaft lebt aus den lebendigen Strömen des Herzens Jesu. Sie lebt – so eine geläufige Deutung – aus dem Wasser der Taufe und dem Blut der Eucharistie.

Das Herz Jesu ist ein verwundetes Herz. Ein Kind sagte einmal mit Blick auf ein Wandkreuz in einer Wohnung: „Der Gott blutet ja!“ Mit unseren eigenen Wunden teilen wir eine Erfahrung Gottes selbst, der sich in Jesus verwunden ließ. Wir sind durch unsere Wunden nicht von Gott getrennt, sondern mit ihm geeint. Wir finden einen Trost-Ort im verwundeten und geöffneten Herzen Jesu, wie es in einem Lied heißt: „O Jesu mein, die heilgen Wunden dein mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele.“ Der Mensch verliert seine Würde vor Gott auch im Leiden nicht – wie der Sohn vor dem Vater seine Würde nicht verliert. Wenn wir Wunden als Zeichen der Würde entdecken, werden wir sie als Einfallstore des göttlichen Erbarmens sehen lernen. Wenn wir die Wunden als Kennzeichen unseres Lebens verdrängen, behindern wir Entwicklung, Neuwerdung, Wandlung.

Die außergewöhnlichste Darstellung des Herzens Jesu habe ich einmal in der Mindelheimer Maria Ward-Kapelle entdeckt. Gottvater wird als Bauer gezeigt. Die lateinische Inschrift lautet RUS CIEO: Ich pflüge das Feld. Es wurde hier das Wort COR IESU (also „Herz Jesu“) einfach umgestellt. Die Pflugschare ist das Herz Jesu, Gottvater steht höchst persönlich am Pflug. „Gebrauchter Pflug blinkt, stehend Wasser stinkt“, sagt das Sprichwort. Unzählige Menschen sind auch heute im Geiste Jesu gottlob Pflüge, die nicht Rost ansetzen, sondern sich einspannen und gebrauchen lassen im Feld seines Reiches und der Kirche. Solche Menschen gestalten Kirche in die Zukunft hinein, sind also „fließendes Wasser“. Wer im Acker seines Lebens mit Sorgfalt und Hingabe die Furche zieht, befördert die Leichtigkeit des Lebens. Gott vertraut jedem Einzelnen „seine“ Furche an und öffnet ihn dadurch zum Himmel hin, in den die Saat seines Tuns aus der Kraft Gottes hinauf- und hineinwächst.

Wolfgang Steffel

Leben im Glauben (PDF)

Aktueller Impuls

Gebet zum Herz Jesu-Fest

Dein treues Herz, o Jesu mein,
soll Wohnung sein für meinen Willen.
In diesem Haus richt mich zum Vater aus,
um seine Lieb und Treu treu zu erfüllen.

Dein offnes Herz, o Jesu mein,
soll Wohnung sein für meinen Glauben.
Aus deinem Herz lass ab mich erdenwärts,
um hier und heut das Staubland zu entstauben.

Dein sanftes Herz, o Jesu mein,
soll Wohnung sein für meine Wunden.
Aus dieser Ruh send mich dem andern zu,
dass er an Leib und Seele kann gesunden.

Dein heilig Herz, o Jesu mein,
soll Wohnung sein für meine Seele.
Wie’s dir gefällt, schick mich in deine Welt,
dass ich in Not an Seel und Leib nicht fehle.

Wolfgang Steffel

Zentrale Gebete

Vater­unser

Das Vaterunser ist das zentrale Gebet des Christentums und wurde von Jesus Christus selbst gelehrt. Es ist ein Gebet, das die Beziehung zwischen Gott als Vater und den Gläubigen als seine Kinder betont.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Glaubens­­bekenntnis

Das Glaubensbekenntnis, oft das Apostolische Glaubensbekenntnis genannt, ist eine Zusammenfassung der grundlegenden Glaubensinhalte der katholischen Kirche. Es drückt den Glauben an Gott, Jesus Christus, den Heiligen Geist und die Gemeinschaft der Gläubigen aus.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Ave Maria

Das Ave Maria, auch bekannt als das “Gegrüßet seist du, Maria”, ist ein Gebet, das sich an die Jungfrau Maria richtet. Es erinnert an die Verkündigung und betont Marias Rolle als Mutter Gottes. Der Text des Gebets basiert auf dem biblischen Bericht über die Verkündigung an Maria, als der Engel Gabriel ihr die bevorstehende Geburt Jesu verkündete. Das Ave Maria wird in verschiedenen liturgischen und musikalischen Kontexten verwendet.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.