Habt Mut, steht auf!

Foto: Marc Urhausen in Pfarrbriefservice.de

Erst vor wenigen Wochen feierten wir das Pfingstfest. 50 Tage nach Ostern, plötzlich, ganz unerwartet, kommt der Heilige Geist – und alles wird anders. Die Jünger, die noch kurz zuvor ängstlich in einem verschlossenen Raum saßen, brechen auf, sprechen in neuen Sprachen, und die Welt um sie herum verändert sich. Dieser Geist, der damals wehte, weht auch heute noch. Und er flüstert uns zu: „Steh auf. Trau dich. Ich bin bei dir.“

Kurz vor Pfingsten am Wochenende von Christi Himmelfahrt feierten tausende Gläubige den Katholik:innentag in Würzburg unter dem Motto: „Habt Mut, steht auf!“

Das Motto erinnert an die Geschichte des blinden Bartimäus im Markusevangelium (Mk 10,46-52).

Bartimäus hört, dass Jesus vorbeikommt – er beginnt laut zu rufen: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Die Menschen um ihn herum versuchen, ihn zum Schweigen zu bringen. Doch Bartimäus lässt sich nicht beirren. Als Jesus ihn schließlich ruft, springt er auf, wirft seinen Mantel ab und geht zu ihm. Jesus fragt ihn: „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ Bartimäus antwortet: „Herr, ich will sehen können.“ Und Jesus heilt ihn mit den Worten: „Dein Glaube hat dich gerettet.“ Kein Zögern. Kein „Aber was, wenn…“. Einfach: Aufstehen. Losgehen.

Dazu braucht es Mut! Dieser Mut, ist aber kein heldenhafter Mut, der uns unbesiegbar macht. Es ist der stille Mut, der uns trotzdem handeln lässt – auch wenn die Knie zittern.

Der Mut, der sagt: „Ich weiß nicht, wie es ausgeht, aber ich gehe den ersten Schritt.“

Vielleicht geht es darum,

  • im Gespräch mit einem Menschen, der herausfordert, nicht wegzuschauen,
  • eine Idee, die am Herzen liegt, endlich anzupacken,
  • in einer Situation, in der man sich überfordert fühlt, trotzdem „Ja“ zu sagen – in dem Wissen: Ich bin nicht allein.

Für mich ist der Heilige Geist ist kein fernes, abstraktes Wesen. Er ist Gottes Atem in uns – der uns tröstet, wenn wir traurig sind, der uns antreibt, wenn wir müde sind.

An Pfingsten feiern wir, dass dieser Geist in uns lebt. Dass wir nicht perfekt sein müssen, um zu beginnen. Dass wir nicht alles wissen müssen, um zu handeln. Dass wir nicht alleine stark sein müssen – weil er es für uns ist.

Ein Gedanke für Sie:

  • Wo hält Sie gerade etwas am Boden?
  • Wo spüren Sie diesen inneren Widerstand, der sagt: „Bleib sitzen. Es ist sicherer so.“?

Pfingsten ist die Einladung, diese Stimme zu hören und gleichzeitig auf eine andere Stimme zu hören. Eine Stimme, die flüstert: „Steh auf. Ich halte dich.“

  • „Wo ruft mich Gott gerade zum Aufstehen?“ – nicht morgen, nicht irgendwann, sondern heute.

Tu den ersten Schritt. Egal wie klein. Getragen von Gott.

Maria Grüner, Dekanatsreferentin

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Aktueller Impuls

Gott, nicht mit dem Kopf durch die Wand
doch mutig lass mich reden
wovon mein Herz erfüllt, randvoll
so dass der Mund sich öffnen will
lass mich mein Zeugnis geben
von der Frohen Botschaft deiner Liebe
die Anbruchszeichen deines Reiches
ich will sie nicht verschweigen
auch wenn sie noch so zart sich zeigen
für die Wahrheit, die in mir sich zeigt,
hilf mir auf meine Weise einzutreten
mit Klarheit, die um Verstehen ringt
mit Mut – gesäumt von Rücksichtnahme
entschieden und mit Kraft
Du traust mir zu,
dass ich mich traue.

(Annette Gawaz, Trau Dich, Impuls zur Synodalen Haltung, kirche-der-zukunft.drs.de), In: Pfarrbriefservice.de

Zentrale Gebete

Vater­unser

Das Vaterunser ist das zentrale Gebet des Christentums und wurde von Jesus Christus selbst gelehrt. Es ist ein Gebet, das die Beziehung zwischen Gott als Vater und den Gläubigen betont. Es besteht aus sieben Bitten, die die Werte des Glaubens widerspiegeln.

Das Gebet findet sich in den Evangelien von Matthäus und Lukas und wird in vielen christlichen Gottesdiensten gemeinsam rezitiert. Das Gebet vereint somit Christen weltweit, da es in allen christlichen Konfessionen gebetet wird.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Glaubens­­bekenntnis

Das Glaubensbekenntnis, oft das Apostolische Glaubensbekenntnis genannt, ist eine Zusammenfassung der grundlegenden Glaubensinhalte der katholischen Kirche. Es drückt den Glauben an Gott, Jesus Christus, den Heiligen Geist und die Gemeinschaft der Gläubigen aus.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Ave Maria

Das Ave Maria, auch bekannt als das »Gegrüßet seist du, Maria«, ist ein Gebet, das sich direkt an Maria richtet. Es erinnert an die Verkündigung und betont ihre Rolle als Mutter Gottes. Der Text des Gebets basiert auf dem biblischen Bericht über die Verkündigung an Maria, als der Engel Gabriel ihr die bevorstehende Geburt Jesu verkündete.

Das Ave Maria wird in verschiedenen liturgischen und musikalischen Kontexten verwendet, es ist auch wichtiger Bestandteil des Rosenkranzgebets. Neben seiner liturgischen Verwendung findet das Ave Maria daher auch Platz in der alltäglichen Frömmigkeit. Viele Komponisten haben das Ave Maria in ihrer Musik vertont, wodurch es auch in der klassischen Musik große Bedeutung erlangt hat.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.